1. Xision Blog

Toilettenpapier-Sucht überwinden

Ohne Toilettenpapier kein Wohlstand

Ohne Toilettenpapier – Die Angst vorm Leben

Im Zuge der Coronakrise 2020 ist der Kauf von Toilettenpapier um 700% gestiegen. Die Menschen brauchten das Papier nicht einmal, aber es gab ihnen ein wenig Gewissheit in einer Zeit der Unwissenheit. Ein Armutszeugnis für die Wohlstandsgesellschaft. Sie will dem Rest der Welt ein Vorbild sein, aber kann nicht einmal ohne Toilettenpapier leben.

Angstgetrieben betreiben Hamsterer lediglich Verschwendung, denn Verschwendung gibt verängstigten Seelen das Gefühl von Kontrolle. Obzwar ihre Affekthandlungen erst die Gefahr der Knappheit verursachen.

Die traurige Abhängigkeit von Wohlstandsmenschen

Ich lebe ohne Toilettenpapier. Natürlich habe ich auch meinen Konsum von allen anderen Papiertüchern auf Null gesetzt. Sogar in meinem Handwerksbetrieb wurde der Verbrauch von Tüchern zur absoluten Ausnahme. Ist das schwer oder mit großen Umständen verbunden?

Nein, überhaupt nicht. Die Meinung, dass der Konsum von Papiertüchern absolut notwendig und schon ein natürliches Recht ist, ist bloß eine Selbstlüge, die man aufzudecken hat. Auch mit Kindern. Die Berge an Plastikwindeln sind ein wegweisender Start in die Wegwerfgesellschaft.

Das wiederum ist der schwere Part, denn daraus resultiert, dass man unweigerlich achtsamer denken, handeln und essen muss, damit eben keine belastenden Umstände entstehen, sondern Leichtigkeit aufgrund von Selbstkontrolle und Integrität.

Es wird uns sehr leicht gemacht, Papier zu verschwenden. Es kostet wenig und ist überall zu haben. Besonders Papiertaschentücher sind ein beliebter Wegwerfartikel. Die Sucht nach Papier wurde zuletzt in der Corona-Pandemie deutlich, als nicht wenige Menschen zeigten, dass sie ohne Toilettenpapier keine Pandemie durchstehen können.

Anstatt der neuen Situation mit einer bewussteren Lebensweise zu begegnen, reagierte die Masse wie immer: sie verschob ihre Unfähigkeit zur beruhigenden Achtsamkeit in Konsum und demonstrierte schamlos ihre Abhängigkeit vom System.

Wer sich allerdings achtsam ernährt, kommt problemlos ohne Toilettenpapier aus. Eine pH-ausgeglichene Ernährung, die reich ist an Ballaststoffen (Kartoffeln, Körner, insbesondere Leinsamen etc.), Mineralstoffen (frisches dampfgegartes Gemüse), natürlichen Fetten (Avocado, Olivenöl, Nüsse) und Flüssigkeit (Stilles Wasser und Tee) und dagegen arm an Säuren (Kohlensäure, industrielle Fette, Fleisch und Zucker) sorgt für einen gesunden Stuhl, der keine Papierverschwendung benötigt, weil es nichts zu „beseitigen“ gibt.

Hygienischer ohne Toilettenpapier

Ein feuchter Waschlappen reicht vollkommen aus. Und selbst dieser bleibt bei einem gesunden Stuhl auch nach der Nutzung ohne eklige Rückstände. Alles an unserem Schambereich ist rein und bedarf lediglich der Wasserreinigung, sofern wir rein leben. Das gilt vor allem für unseren Stuhl, aber auch für alle anderen Körperbereiche. Nur jene Stellen, die von der Außenwelt verunreinigt wurden (z.B. unsere Hände), benötigen eine intensivere Reinigung.

Auch Taschentücher müssen nicht weggeworfen werden, wenn sie aus Stoff statt Papier bestehen. Stoffe können wir waschen und unzählige Male wiederverwenden. Die Umstellung ist gerade hier vollkommen unproblematisch. Prinzipiell gilt es, folgende Selbstlüge zu entlarven: Verfügbarkeit rechtfertigt nicht Verschwendung. Ein wahrhaft bewusstes Leben macht blinden Konsum unmöglich. Achtsamkeit führt unweigerlich zu einem Leben ohne Toilettenpapier.

Ohne Toilettenpapier zu leben, ist keine Kunst, sondern eine Entscheidung

Verfügbarkeit macht Verschwender

Es ist das leidige Thema mit der Verfügbarkeit, bedingt durch einen Fantasie-Kapitalismus, in dem Achtsamkeit nicht beziffert wird, weil nicht genügend Menschen an sie glauben (dürfen, da dies Konsumreduktion nach sich ziehen würde).

Die Menschen sind so an die Verfügbarkeit von allem gewöhnt, dass sie süchtig nach ihr sind und aggressiv werden, sobald sie ihnen nur ein bisschen genommen wird.

Die Angst, ohne Toilettenpapier zu leben, ist eine Stellvertreter-Angst für die eigentliche Angst vor Veränderung und Ungewissheit.

Statt an sich selbst und an der Ursache ihrer Probleme zu arbeiten, verlieren sich die Menschen im Konsum, weil sie dahinter eine einfache Heilung vermuten. Papiertücher ist hier nur der Beginn der langen Kette der Verschwendungsmentalität aufgrund tiefer Unzufriedenheit.

Verschiebung der Machtlosigkeit über das eigene Leben

Wer den Druck, der auf einen einwirkt, nicht wegwerfen kann, kann sich wenigstens bei den täglichen Gebrauchsartikeln richtig austoben.

Die für unbewusste Menschen unzugängliche Verachtung über die eigene Existenz wird auf die Verachtung zum Müll projiziert. In den reichsten Ländern der Welt schmeißen die Menschen täglich ihr Geld in den Mülleimer – und die armen Länder ziehen nach, weil sie zum Reichtum dazugehören wollen.

Pure Ironie erstreckt sich über den gesamten Kreislauf der Mühen von unbewussten Konsummenschen. Ihre Zeit zum Menschsein verkaufen sie an energie- und selbstraubende Arbeit, um Geld zu erlangen, das sie in Produkte stecken, die sie auf kurz oder lang wegwerfen. Sie werfen buchstäblich ihr Leben lang ihr Leben weg. Je mehr Wegwerfartikel sie kaufen, desto vehementer betreiben sie diese Lebensverschwendung.

Ohne Toilettenpapier zu leben ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung innerer Freiheit.

Lebensverschwendung funktioniert auch in anderen Dimensionen. Man kauft nicht nur Papiertücher, sondern auch ein Auto, das man eigentlich nicht braucht, um Sprit und Fixkosten zu bezahlen, die einen an Orte bringen, wo man eigentlich gar nicht sein will, nur, damit man ab und zu die Klamotten tragen kann, die man nur vor Leuten trägt, die man eigentlich nicht mag und braucht, weil man für diese Leute ebenfalls nur ein austauschbares Produkt ist, das irgendwann weggeworfen wird, sollte man nicht mehr nützlich sein.­

Wertschätzung kommt mit Askese

Mit der Askese in Bezug auf Taschentücher ändern wir einen wesentlichen Grundcharakterzug in uns, der von allen Seiten gefördert wird. Die Dinge um uns herum ohne Wertschätzung zu behandeln. Diese negative Selbstlüge in seine harmlosen Bestandteile zu zerlegen, damit sie wiederum zu neuen positiven Wahrheiten werden, ist ein langer Prozess. Ein Lebensprinzip, das im Gegensatz zum hirnlosen Konsum Leichtigkeit, Freiheit und Selbstrespekt mit sich bringt.

Wie beginnt mein Leben ohne Toilettenpapier?

Es ist völlig in Ordnung, immer noch Notreserven an Taschentüchern zu behalten. Auch die Toilettenpapierrolle darf noch im Badezimmer hängen bleiben. Aber sie sollte dort möglichst lange unberührt bleiben. Ohne Toilettenpapier leben zu können, bedeutet vor allem, sich achtsam zu ernähren. Dadurch wird die Notwendigkeit, irgendein Malheur abzuwischen sehr schnell obsolet.

Das WC sollte ab sofort mit leicht zugänglichen kleinen Handtüchern oder Waschlappen bestückt sein, die man fürs Wohlbefinden zum schnellen Waschen nach dem Stuhlgang nutzen kann. Für die Nase und alle anderen anfallenden Gelegenheiten, wie z.B. das Naseputzen oder die Trocknung des Xision® Kieferdehners können Stofftücher, z.B. Bambusfasertücher statt Papier benutzt werden. Diese wäscht man dann einfach mit all seinen anderen Kleidungsstücken.

Im Grunde sind das bis auf die Ernährung nur kleine Umstellungen, die aber eine große Wirkung erzeugen. Wie immer bei grundlegenden Veränderungen. Es sind nur kleine Schritte, aber konsequente Schritte, die zum Ziel führen. Wer sie jedoch nicht geht, wird sein Ziel nie erreichen. Ohne Toilettenpapier zu leben ist ein großes Nein zur Angst vorm Leben und all seinen Facetten.

People reacted to this story.
Show comments Hide comments
Comments to: Toilettenpapier-Sucht überwinden

Kommentar verfassen

Um eine technisch einwandfreie Website gewährleisten zu können, verwenden wir Cookies. Wie wir diese Cookies verarbeiten, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

Kieferdehner back to top